St. Peter und Paul in Altenhohenau

Das Kloster Altenhohenau ist ein ehemaliges Kloster der Dominikanerinnen in der Gemeinde Griesstätt in Bayern in der Erzdiözese München und Freising. Es liegt am Fluss Inn etwa 7 km flussaufwärts von Wasserburg am Inn.

Die dem Kloster zugehörige Kirche St. Peter und Paul wurde von dem bekannten deutschen Bildhauer Ignaz Günther gestaltet und gilt neben der Rokokokirche in Rott a. Inn als eine der schönsten Deutschlands. In Altenhohenau betrieben die Dominikanerinnen Landwirtschaft und eine Internatsschule (Grund- und Hauptschule). Derzeit (2013) sind die Schulräume an eine Bildungseinrichtung verpachtet. Die wenigen noch verbliebenen Dominikanerinnen verließen im August 2013 das Kloster und sind nun im Mutterhaus ihrer Kongregation in Kalifornien. Der Orden bietet das Kloster zum Verkauf an. Die Klosterkirche selbst wird trotz anfänglichen Zögerns vom Erzbischöflichen Ordinariat in München übernommen und als Filialkirche der Pfarrgemeinde Griesstätt geführt.

Ignaz Günthers Altäre

heiliger-domenikusDer rechte Seitenaltar ist dem hl. Dominikus geweiht. Darauf steht ein dreiteiliger, goldgefasster Reliquienschrein mit dem Altenhohenauer Jesulein. Es gehörte im 18. Jahrhundert zu den acht meistverehrten Gnadenbildern in Kurbayern. Volutenpfeiler mit aufsitzenden Englein rahmen das von Matthäus Günther gemalte Altarblatt. Auf ihm überreicht die hl. Jungfrau Maria, assistiert von den Ordenspatronen der Dominikaner, Katharina von Alexandrien und Maria Magdalena, einem Predigerbruder von Soriano ein Bild des hl. Dominikus. Die beiden von Ignaz Günther geschaffenen Assistenzfiguren des hl. Joseph und der hl. Mutter Anna vervollständigen das Altarensemble.

Heiliger ClaudiusDer linke Seitenaltar ist dem römischen Märtyrer Claudius geweiht, dessen Reliquien um 1700 nach Altenhohenau transferiert wurden. In der Mitte des dreiteiligen Reliquienschreins werden die sterblichen Überreste des Titelheiligen in Form einer Sitzfigur präsentiert.1883 fand der Griesstätter Pfarrer Mutzhart heraus, dass nur die beiden oberen Armknochen echtes Gebein waren. Kopf, Rippen und Bein seien aus Papiermaschee.Das von dem berühmten Münchner Hofmaler Andreas Wolf (A. Wolf war einer der produktivsten Barockmaler.) 1703 gemalte barocke Altarbild zeigt die Aufnahme des hl. Claudius in den Himmel.Er bildet zusammen mit den Assistenzfiguren der hl. Florian und Sebastian ein Ensemble von Heiligen, die Märtyrer und Soldaten gewesen sind. Nur noch die Figur links ist eine Originalarbeit von Ignaz Günther.Den hl. Florian hat Helmut Baumgartner (St. Valentin, Österreich) nach geschnitzt, da das Original verbrannt ist.

Priorin war in jener Zeit für dreimal fünf Jahre Maria Xaveria Kreittmayer aus München, eine Schwester des einflussreichen kurfürstlichen Kanzlers Wiguelus Xaver Alois Freiherr von Kreittmayer. Natürlich hatte sie gute Verbindungen zur Landeshauptstadt und zum Kurfürsten. Ihrem Geschick war es mit zu verdanken, dass sich immer wieder Gönner fanden, die es ermöglichten, erstklassige Künstler nach Altenhohenau zu berufen.Ein außerordentlicher Glücksfall war es, dass Ignaz Günther, einer der bedeutendsten Bildhauer des Rokoko, den Auftrag für die Altäre erhielt. Für den Seitenaltar auf der Epistelseite schuf er um 1761 die Figuren des hl. Joseph und der heiligen Anna. Hier steht im Glasschrein auf einem eleganten Rokokosockel des “Altenhohenauer Jesuskind”, eine kleine bekleidete Schnitzfigur mit Szepter und Kreuz, die als Gnadenbild viel verehrt wurde.Für den linken Seitenaltar fertigte Ignaz Günther Figuren der heilligen Offiziere Sebastian und Florian (letztere verbrannte leider 1897 in der Nacht vor der St.-Leonhard-Umfahrt in einem Stadel).