Die Anna-Kapelle

Die gotische, an der Südseite des Presbyteriums im 14. Jahrhundert angebaute Kapelle war ursprünglich den römischen Märtyrern Felix und Adauctus geweiht. Das heutige Anna-Patrozinium geht sehr wahrscheinlich auf Anna Maria Hepp aus München zurück, die eine große Wohltäterin des Klosters gewesen ist. Sie dürfte auch die Freskierung der Kapelle durch den Münchner Maler Joseph Anton Schütz im Jahr 1769 veranlasst haben. Die früher einmal als Sakristei verwendete Kapelle dient heute der Verehrung der beiden Altenhohenauer Mystikerinnen Columba Weigl (1713-1783) und Paula Grasl (1718-1793), die an der Westwand beigesetzt sind.

Auf dem Altar steht die als Friedenskönigin verehrte Muttergottes mit ihrem Kind, die aus der abgerissenen Friedenskapelle im Klostergarten stammt. Neben dieser spätgotischen, farbig gefassten Holzskulptur stehen die Figuren der Dominikanerheiligen Thomas von Aquin (rechts) und Dominikus (links).

Auf dem Fresco an der Westwand bittet Maria zusammen mit den beiden großen Reformern des 13. Jahrhunderts, Dominikus und Franziskus, ihren Sohn, die böse Welt von dem göttlichen Strafgericht zu verschonen.